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Der Alltag - Höhen und Tiefen

Es passiert mehr, als man berichten könnte, und aus dem gleichen Grund ist es auch so schwierig, sehr oft zu schreiben - die Zeit vergeht so schnell und es gibt so viel zu tun.

Im Moment bereiten wir die Aufführungen der Theater-AG vor. Jeden Tag Probe bis 8 (außer Sonntag). Wir spielen 'Taming of the Shrew' ('Der Widerspenstigen Zähmung') von Shakespeare. Ich habe sogar eine kleine Rolle mit einer Handvoll Sätzen, weil eins der Mädchen doch nicht mitspielen wollte. Der Lehrer, der die AG leitet, ist grundsätzlich nett, aber sehr enthusiastisch, wenn es um die Stücke geht. Ich habe mir sagen lassen, dass das normal für ihn ist, aber es ist doch sehr ungewohnt, in jeder Probe mindestens zwei Mal für ein paar Minuten angebrüllt zu werden - die ganze Gruppe oder die Licht/Ton-Leute, uns Austauschschülern gegenüber ist er sehr rücksichtsvoll.

Was die Situation in der Schule und besonders in der Theater-AG und meinem Englischkurs sehr unangenehm macht (wobei das weit untertrieben ist), ist, dass vor knapp zwei Wochen ein Zwölftklässler versucht hat, sich zu erhängen. Er wurde wiederbelebt, aber wir wissen nicht, wie es ausgehen wird. Es geht ihm immer besser, aber so gut das klingt, man muss sich klarmachen, was 'besser' oder auch 'wirklich gut' in dieser Situation bedeutet. Wir haben gefeiert, als wir gehört haben, dass er jetzt ohne die Maschine für sich alleine atmen kann. Er hat zwei Wörter gesagt, öffnet die Augen, aber wir haben keine Ahnung, wie schlimm sein Gehirn verletzt ist. Das ist alles vielleicht noch verrückter, als es an unserer Schule wäre, weil sowohl die Schule als auch die Ortschaft so viel kleiner sind. Jeder kennt ihn, jeder im Umkreis von 15 Meilen wird betroffen gucken, wenn jemand seinen Namen erwähnt.


Am Tag, als die Nachricht kam und wir stattdessen zum gemeinsamen Trauern und Beten zur Schule gegangen sind, hätten wir unser letztes Basketballspiel gehabt, wo ich meine Mannschaft zu einem Gruppenfoto in den Trikots genötigt hätte, auf das ihr jetzt aber leider verzichten müsst. Es gibt nur einige ohne das Outfit, die auf Facebook zu bewundern sind, ist aber nicht so besonders, deshalb sind sie nicht hier.


Mehr interessieren dürften euch Fotos von einer anderen Gelegenheit (werden am Wochenende gepostet): Vorletztes Wochenende war ich mit meiner Gastfamilie in der Mall of America in Minneapolis. Das ist die größte Mall der Welt! Im Ernst, da ist ein Freizeitpark in der Mitte. Wir haben kaum was gekauft, weil natürlich alles völlig überteuert ist, aber wir haben im  Hard Rock Cafe gegessen und so einiges gesehen. Für alle, die 'Forrest Gump' gesehen haben: Da war ein Bubba Gump Laden mit vielen Magneten, T-Shirts und Tischtennisutensilien mit netten Sprüchen aus dem Film und natürlich Pralinenschachteln.
Nach dem Besuch in der Mall waren wir bei den (halb geschmolzenen und deshalb kostenlos zugänglichen) Ice Castles. Es war unglaublich schön, die Fotos konntet  ihr ja schon seit einiger Zeit bewundern. In Wirklichkeit gab es noch Musik dazu und das Licht hat regelmäßig gewechselt, oft im Rhythmus der Musik. Es war wirklich eine ganz besondere Atmosphäre.
Auf dem Rückweg haben wir noch ein paar Mal angehalten zum Shoppen. Ich habe jetzt mein Kleid für die Prom (die abgesehen vom fehlenden vorausgehenden Tanzkurs unserem Abschlussball ähnelt, nur für Jahrgang 9 - 12 gleich). Ich kann leider noch kein Foto zeigen, denn im Moment ist es in der Änderung. Wir mussten es etwas zu groß kaufen, weil das die einzige Größe da war. Der Laden war der reinste Mädchentraum mit allen möglichen Kleidern, leider die meisten unbezahlbar. Nur in einer Ecke waren Kleider mit winzigen Nähfehlern und entsprechend geringer Größenauswahl für je um die 50 Dollar - die anderen waren günstig, wenn sie "nur" 250 Dollar gekostet haben.


Wir hatten ein paar Tage mit sehr frühlingshaftem Wetter, alle sind im T-Shirt rumgerannt und der ganze Schnee ist geschmolzen. Dienstag dann hat es wieder so stark geschneit, dass die Schule ausgefallen ist. Nur Theaterprobe hatten wir natürlich noch - Freitag ist die erste Aufführung.


Ansonsten habe ich eigentlich nichts, was interessant genug wäre, um es zu erzählen... Mir geht es gut, sehr gut sogar. Auch wenn die Hausaufgaben auch hier nerven - ich habe Freunde, ich mag den meisten Unterricht und beinahe alle Leute, bisher ist die Zeit hier super und ich freue mich auf alles, was noch kommt!


Ich hoffe, euch allen geht es gut! Danke, dass ihr euch so für meine Berichte interessiert!
Liebe Grüße, Rieke

 

Von unserer Aufführung (ich stehe links im roten Kleid)

 

2.3.16 11:39

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