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Neues aus Wisconsin

Und schon ist ein Monat rum... Die Zeit vergeht wirklich schnell. Die Schultage sind echt lang und inzwischen anstrengend genug, dass ich mich ueber jeden freien Tag freue. Vergangene Woche hatten wir zwei davon, Dienstag gab es einen Schneesturm und Mittwoch waren die Strassenverhaeltnisse immer noch schlecht, also war es eine entspannte Woche.


Letzte Woche Samstag gab es eine Geburtstagsfeier, somit habe ich die meisten Verwandten meiner Gasteltern jetzt kennengelernt. Am Sonntag danach haben wir auf den zweijaehrigen (Gross-)Neffen von Becky aufgepasst, also waren die Tage ziemlich voll. Genau wie die Wochentage: Frueh aufstehen und spaet ins Bett gehen.


Am ersten Februar-Samstag waren wir in La Crosse (die naechste "groessere" Stadt, nur eine Stunde entfernt), etwas Shoppen und Beckys Nichte besuchen, deren Tochter im Krankenhaus ist - Fruehchen Mya (Maja gesprochen), einen halben Monat alt. Sie ist kleiner als mein Unterarm und extrem niedlich. Es geht ihr gut, sie kann hoffentlich bald nach Hause. 


Ich werde wohl an zwei Wettbewerben teilnehmen, einem Poesie-Vorlesewettbewerb Ende Februar und Querflöten-Vorspiele im April, eins mit der ganzen Band und eins im Duett mit dem Klavier fuer mich. Dafuer ueben wir zur Zeit fleissig. 


Damit ich mehr Englisch lerne, hat mich mein Lehrer aus dem Englisch 10-Kurs in einen hoeheren geschickt. Das ist deutlich anspruchsvoller, wir lesen Texte, wo ich mich, selbst wenn ich alle Vokabeln habe, konzentrieren muss, um ihn ganz zu verstehen. Es ist noch nicht ganz klar, ob ich in dem Kurs bleibe, es scheint aber erst mal so zu sein. 


Seit ein paar Tagen habe ich jetzt die ersten bestellten Klamotten mehr oder weniger von der Schule, und nicht irgendwelche, sondern "Senior 2016"-Klamotten!

Obwohl wir Juniors sind - also elfte Klasse - werden alle Austauschschueler an der Graduation-Zeremonie am Schuljahresende teilnehmen mit der Robe und dem lustigen Hut, wenn man die Schule verlaesst.

Ich bin dann aber nicht mit der Schule fertig, das Diplom ist nicht wirklich gueltig, soweit ich weiss Aber ich werde zumindest an zwei Entlassungsfeiern teilgenommen haben und ein Bild von mir mit dem beruehmten Hut besitzen. 


Es steht jetzt fest, dass ich nach meiner Zeit hier noch meine Tante besuchen werde, ich komme also so gerade eben fuer das Ende des Schuljahres wieder - fuer die letzten drei Stunden am letzten Tag, um genau zu sein. 


Macenzie hatte Ende Januar einen kleinen Unfall. Sie ist eine gute und sehr vorsichtige Autofahrerin, aber auf einem sehr windigen Strassenabschnitt war nicht gestreut worden, und da ist sie in den Graben geschlittert. Ihre Freundin, eine weniger vorsichtige Fahrerin, wollte ihr helfen und dabei nicht auch im Graben landen, was damit geendet hat, dass sie rueckwaerts im Graben auf der Fahrerseite lag. Das sah wohl etwas gefaehrlich aus, aber niemandem ist etwas passiert, selbst die Autos sind okay. Als meine Gastschwester dann also festgestellt hat, dass ihre Freundin nicht tot war, haben sie deren Vater angerufen, der kam und das Auto wieder auf die Raeder gekippt hat - bis dahin sass das Maedchen im Auto auf der Fensterscheibe. Der erste Helfer vor Ort hat Hilfe gerufen und es "2-Auto-Crash" bezeichnet, woraufhin drei Feuerwehrautos, drei Polizeiwagen und ein Krankenwagen kamen. Wir wurden auch angerufen und sind sofort gekommen, bis dahin waren wir zu Hause. Es war unglaublich kalt und windig, also waren wir die meiste Zeit ueber in unserem Truck, dem Krankenwagen (wo die beiden durchgecheckt wurden) und die Unfallfahrerinnen sassen auch hinten im Polizeiauto, um es warm zu haben. Nach dem Schock war es also hauptsaechlich aufregend und witzig.


Am Sonntag nach meinem letzten Eintrag waren wir auch Schlittenfahren, auf dem Huegel bei dem Haus von Macenzies bester Freundin. Es war ziemlich lustig, weil es so glatt war mit vielen Huckeln und einem kleinen Huegel als Schanze am Fuss des Huegels, ueber etwa die halbe Breite der Bahn, also nicht immer zu verfehlen. Das hat es etwas gefaehrlich gemacht. Unabsichtlich ist die kleine Schwester der Freundin einmal mit voller Wucht geradeaus ueber die Schanze gesprungen und gut 5 Meter weit geflogen, da musste man wirklich vorsichtig sein. Verletzt hat sie sich aber (dabei) nicht, nur bei einer anderen Abfahrt hat sie sich beim Fallen das Gesicht aufgeratscht. Lenken war schwierig. Aber es hat Spass gemacht.


Die Schule ist weiterhin interessant, es gibt immer etwas Neues zu lernen. Ich wurde neulich gefragt, was das Verrueckteste hier ist. Ganz klar: Pommes essen mit Eis als Dip! Vieles ist auch normal, man gewoehnt sich an alles. Matheunterricht fehlt mir ueberraschenderweise noch gar nicht. Manche Lehrer unterrichten wenig effektiv, andere nur so seltsam, dass es am Anfang wenig effektiv erscheint. Der Spanischunterricht zum Beispiel ist irgendwie seltsam, ich weiss nicht, was mich verwirrt, aber es verwirrt mich definitiv. Shakespeare ist sehr lustig. Etwas beaengstigend sind hoechstens die Tests, die irgendwann noch kommen.

Mir gefaellt das Prinzip der Pep-Band. Vor Spielen (der aelteren Basketballteams) spielen wir zum Aufwaermen einige peppige Lieder mit der ganzen Band. "Born this way" oder "Animal" klingen ploetzlich ganz anders mit der ganzen Band, aber auf jeden Fall gut. Es verbreitet gute Laune, solche froehlichen Lieder vor den Spielen zu hoeren. Das letzte Lied - von uns gespielt oder von irgendwem gesungen - ist immer die Nationalhymne von den USA. Alle stehen auf, Hand aufs Herz, und hoeren andaechtig zu. Ich stehe auf, aber die Hand aufs Herz schenke ich mir. Es gibt aber tatsaechlich auch einzelne, die sagen, wuerden sie woanders leben, wuerden sie nicht nach Amerika ziehen! Patriotismus ist aber insgesamt deutlich zu spueren, vor der Haelfte aller Haeuser sowie in jedem Klassenzimmer haengt eine amerikanische Flagge. Die Leute sind aber nett und nicht fremdenfeindlich oder so. Ein paar Leute lernen Deutsch an der Schule (per Videochat), viele hoeren aber auf, weil die Lehrerin keine Ahnung hat. Sie kennt sich mit Technik nicht aus, also weiss sie nicht, dass die Schueler es sehen, wenn sie ein Wort, nach dem sie gefragt wird, im Internet nachguckt. Und ihr Deutsch ist auch ein Witz. Aber der gute Wille der Schueler ist da...

Bisher hat sich die Menge der Hausaufgaben in Grenzen gehalten, aber zur Zeit wird es mehr. Deshalb werde ich mich jetzt auch mal an die Arbeit machen. Danke, dass ihr den Blog lest und euch so dafuer interessiert, wie es mir geht und was ich so mache :D


Einen guten Start in die neue Woche euch allen! Bis bald!


Rieke

7.2.16 19:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Kailey (7.2.16 23:50)
Es hat mich richtig gefreut, als ich gehört habe, dass du wieder geschrieben hast. Dieses mal war sogar ein Foto dabei 😳👍🙈 insgesamt fand ich bisher alles spannend, wovon du geschrieben hast.
Mach weiter und viel Spass noch.
Grüße von kailey (amariel)

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