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... beim Softball

 

Hier seht Ihr Rieke schlagbereit bei ihrem ersten Softballspiel - gewissermaßen Baseball "light".

3 Kommentare 5.4.16 13:01, kommentieren

Spring Break - Halbzeit

Es ist unglaublich, wie schnell zweieinhalb Monate vergehen. Jetzt ist schon die Hälfte meiner Zeit hier um! Ich weiß schon, dass eine Menge Abschiede wirklich hart werden... 
 
Wir haben eine Woche Ferien. Zwar ein paar Hausaufgaben in der Zeit, aber weniger als sonst und zumindest endlich mal viel Zeit dafür. Ich habe erst eine Woche Leichtathletik gemacht (nach der Saison wechseln die Sportarten ja immer), als es dann anfing, habe ich aber Softball probiert. Das ist genau wie Baseball, die Bälle und Schläger haben nur eine andere Größe und, vor allem, es ist nur für Frauen, während Baseball offenbar ein reiner Männersport ist. Wusste ich auch noch nicht. Aber das macht echt Spaß, endlich kommen meine Fähigkeiten vom jahrelangen Handballspielen mal zum Einsatz; weit werfen. Das ist meine Hauptbeschäftigung in den Ferien, wir haben täglich Training. Noch ist es etwas kalt, aber wir trainieren schon draußen. Ab Mittwoch aber vielleicht nicht mehr; es soll ein letztes mal Schnee geben, aber dafür ungefähr 10cm. Wenn schon, denn schon. 
 
Eine besondere Erfahrung war der Polar Plunge. Anfang März war das, wir sind zum Zweck des Geldsammelns für die Special Olympics in den Mississippi gesprungen/gelaufen. Es war so kalt! Nur einmal kurz rein und raus (auch wenn wir alle getaucht sind), vielleicht zwanzig Meter, und nach nur wenigen Schritten konnte ich meine Füße nicht mehr spüren, wenig später meine ganzen Beine. Aber es war richtig lustig und definitiv etwas zum "Das hab ich mal gemacht"-Sagen. Und keine Sorge, direkt neben dem Schwimm-Bereich waren warme Pools, sonst wären vermutlich ein paar Leute erfroren. Eine der anderen Austauschschülerinnen und ich wurden sogar im Fernsehbericht darüber erwähnt, als Austauschschüler aus Deutschland und Mexiko, die daran teilgenommen haben. Das ist was fürs Leben, würde ich sagen.
 
Viele Leute fragen nach Sachen, die in Deutschland anders sind, wovon es doch eine Menge gibt. Abgesehen davon, dass alle es mindestens genauso unverständlich und unsinnig finden, dass wir trinken dürfen, bevor wir Auto fahren (wie wir in Deutschland im Unterricht andersrum diskutiert und gelacht haben, dass man in Amerika Auto fahren darf, bevor Alkohol trinken erlaubt ist) sind so viele kleine Dinge besonders.
Sie haben von unseren Überraschungseiern gehört, hier sind die aber verboten. Es gibt keine Schokoküsse - hier gibt es Marshmallows in Schokolade, aber das ist das am ehesten Vergleichbare. Und etwas, was für uns so selbstverständlich ist, fasziniert hier jeden: Unser Füller. Und der Tintenkiller dazu. Wir schreiben hier alle mit Bleistift (und schmeißen den weg, sobald er kleiner als die Hand ist) und es gibt zwar Kugelschreiber, aber nichts wirklich, was man irgendwie radieren oder auslöschen kann. Und ich kann euch versichern, es ist unglaublich witzig, wenn ein 17jähriger Junge komplett begeistert im Unterricht sitzt und sich immer wieder mit meinem Füller auf den Arm malt und das wegkillert, wieder und wieder, und dann mit dem Tintenkiller sogar was schreibt. Wie einfach man manchmal Leute glücklich machen kann... Ich sollte aber nicht zu laut lachen, denn eine meiner neuen Lieblingsbeschäftigungen am Computer ist nicht wirklich anspruchsvoller; auf dieser Tastatur gibt es kein ä, ö, ü oder ß. Auf der Suche nach denen bin ich dann auf die Kurzformel gestoßen: Man hält die Taste Alt gedrückt und tippt dann ein paar Nummern auf dem rechten Nummernfeld. 132, 148, 129, 225 für die gerade genannten. Es sind aber alle Buchstaben aus so ziemlich allen Sprachen in verschiedenen Kombinationen versteckt, außerdem noch (ich hoffe, das kommt so über) diverse Symbole wie ↕, ☺, ☻, ◄, ♫, ...... Probiert es mal aus, einfach irgendwelche Nummern drücken, es könnte was Lustiges rauskommen. 
 
Letztes Wochenende waren wir vier mit Morgan, Macenzie's bester Freundin, in Madison bei einem (Eis-)Hockeyspiel. Es war lustig, auch wenn die Spieler etwas brutal waren. Nach einer Verletzung haben drei Leute versucht, schnell das Blut vom Eis zu wischen... Meistens war es aber faires Spielen und Madison hat gewonnen! Früher an dem Tag waren wir mit der Schule bei der zweiten Runde von Forensics, dem Poesie-Lesewettbewerb. Da alle sehr austauschschülerfreundlich bewertet haben, bin ich in der dritten und letzten Runde. Das Besondere an der ganzen Sache ist, dass man nicht wirklich gegeneinander antritt, sondern nur die eigenen Punkte zählen und man dementsprechend weiterkommt oder nicht. Es könnte also theoretisch jeder bis zum Ende weiterkommen. In der letzten Runde, wo alle aus ganz Wisconsin kommen, die bisher mindestens 20 aus 25 Punkten bekommen haben, bekommt man eine Medaille (oder nicht, aber ab 20 gibt es Bronze, wer also gleich gut bleibt, bekommt eine). Das ist dann im April, genau wie die Musikwettbewerbe (gleiches Prinzip, nur indirekt gegeneinander) und Prom.
Im Mai werden wir mit allen Austauschschülern dann einen Trip machen - wohin, wissen wir noch nicht genau. Es wird also nie langweilig :D Damit möchte ich mich auch bei allen entschuldigen, denen ich nicht so oft schreibe, wie sie es erwarten oder wollen würden; ich bin immer beschäftigt und abends todmüde, es ist kein Desinteresse oder irgendetwas, nur wenig Zeit. Demjenigen, der mir schreibt, werde ich antworten (je nachdem, wie viel Zeit ich habe, ausführlich oder etwas kürzer), aber alle von mir aus zu bedenken, kriege ich nicht hin. Ich freue mich aber selbstverständlich über jede Nachricht, jeden Kommentar, jedes Zeichen, dass ihr auch an mich denkt :D. 
 
Die Aufführungen der Theater-AG waren super, alle waren begeistert, und im Ernst, es war sehr beeindruckend. Ich darf das sagen, ich habe kaum was gemacht, ich lobe die anderen. Die Maske, die Frisuren, Kostüme, Bühnenbild, schauspielerische Leistung, Requisiten, einfach alles war super. Und die ganze Schule hat mitgeholfen! In Woods haben wir den Großteil des Bühnenbildes gebaut, in vielen Unterrichtstunden sind wir zum sogenannten Performance Center gegangen und haben irgendwas vorbereitet. Natürlich ist vieles schief gegangen - Texthänger, on-stage-Zertrümmern der Requisiten, einmal bin ich die Treppe auf der Bühne runtergefallen, es ist so einiges passiert, aber alle haben super reagiert und es im wahrsten Sinne des Wortes überspielt. Die letzte Aufführung war so traurig... Und jetzt, anders als an unserer Schule, haben wir keine Treffen mehr, weil die wirklich nur die Stücke machen. Mit einigen Halbfreunden habe ich also kaum noch zu tun, aber ich habe viele neue gefunden, mit denen ich auch jetzt noch was mache. 
 
Ich kann unmöglich alles erzählen, was passiert. Hoffentlich gelingt es mir wenigstens, einen kleinen Eindruck zu vermitteln. Wenn jemand auf einem Schüleraustausch war, hatte ich immer das Gefühl, dass nur das Leben zu Hause weiterging, dass die Person die paar großen Sachen erlebt hat, die ich gehört und von denen ich Fotos gesehen habe, aber ich habe mir nie klargemacht, wie viel Alltag das Ganze eigentlich ist. Man kann das nicht in Fotos oder Berichten weitergeben, nicht komplett, die Erfahrungen, die Beziehungen, was man lernt, und damit meine ich nicht die Sprache. Aber ich kann nur sagen, dass ich die Zeit hier genieße und es mir wirklich gut geht. Danke an alle, die an mich denken, mir schreiben, sich für alles interessieren und natürlich den Blog lesen!
Bis bald
Rieke
 
 

22.3.16 07:53, kommentieren

Ein paar Fotos...

Mit dem Basketballteam beim Bowlen:


 Beim Theater:

 

Beim Polar Plunge am Mississippi:

 


1 Kommentar 18.3.16 11:58, kommentieren